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Letzte Änderung: 08.03.2018 

Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,

die klinische Immunologie hat sich in den letzten Jahren von einer Nischendisziplin zu einer Grundlagendisziplin mit Implikationen für die Patientenversorgung in der Kinderheilkunde, der Inneren Medizin, der Dermatologie und der Neurologie gemausert. Die Grenzen zu den jeweiligen Subspezialitäten der Infektiologie, Rheumatologie, Allergologie, Onkologie, Stammzelltherapie, Pneumologie und Gastroenterologie sind oft nur noch didaktischer aber nicht mehr fachlicher Art. Neue genetische Methoden haben den Wissenszuwachs in den letzten Jahren enorm beschleunigt und es sind nun über 350 molekular definierte primäre Immundefekte bekannt. Auch die therapeutischen Möglichkeiten sind durch auf Immundefekte abgestimmte Protokolle der Stammzelltransplantation, durch verbesserte Immunglobulinformulierungen und durch molekular begründete Immunmodulationen komplexer geworden.

Diese Entwicklungen lassen es zunehmend schwerer erscheinen, Antworten auf vermeintlich einfache Fragen des klinischen Alltags zu geben.

  • Welche klinischen Beschwerdebilder sind verdächtig für Störungen der angeborenen und erworbenen Immunität?
  • Wie soll eine Immunglobulin- oder hämatopoietische Zellersatztherapie grundsätzlich erfolgen?
  • Welche genetisch definierten Entitäten gibt es inzwischen und wie werden sie klassifiziert?
  • Wann und wie sollte eine moderne genetische Diagnostik durchgeführt werden?
  • Wie wird eine Durchflusszytometrie zur phänotypischen und funktionellen Charakterisierung des Immunsystems durchgeführt und interpretiert?
  • Was hat es mit den European Reference Networks auf sich und was dürfen wir künftig von ihnen erwarten?
  • Wie manifestieren Infektionen bei immundefizienten Patienten und was ist diagnostisch und therapeutisch zu beachten?
  • Warum kommt es im Rahmen der Immundefizienz zu Autoimmunität und welche neuen Therapieoptionen gibt es?
  • Wann und warum kommt es auf der Grundlage primärer Immundefekte zu malignen Erkrankungen?

Solchen Fragen wollen wir uns während der „CSL Behring Summer School für Klinische Immunologie 2018“ widmen, die seit 2015 im jährlichen Wechsel in Berlin und München stattfindet. Beginnend mit einer Propädeutik gefolgt von Übersichtsvorträgen mit anschließenden Fallvorstellungen wollen wir immunologische und praktische Grundlagen vermitteln, um im Alltag kompetente Entscheidungen treffen zu können. Unser Programm wendet sich sowohl an niedergelassene Ärzte, als auch an Weiterbildungsassistenten und Fachärzte, die eine Spezialisierung in den Bereichen der Immunologie, Rheumatologie, Onkologie, Stammzelltherapie, Pneumologie, Allergologie, Dermatologie, Neurologie und Infektiologie anstreben.

Wir hoffen durch einen Austausch über die Grenzen der Disziplinen hinweg zu neuen Erkenntnissen zum Wohle unserer Patienten beizutragen und würden uns sehr freuen, Sie vom 15. bis 16. Juni 2018 in München begrüßen zu können.


PD Dr. med. Dr. sci. nat. Fabian Hauck
Dr. von Haunersches Kinderspital München


Prof. Dr. med. Horst von Bernuth
Charité – Universitätsmedizin Berlin